
Informationen zum Katastrophenschutz-Leuchtturm in Schöneiche bei Berlin
Am 18. April 2026 trafen sich erstmalig die freiwilligen Helferinnen und Helfer im geplanten Schöneicher Katastrophenschutz-Leuchtturm an der Dorfaue 17–19 in der Sporthalle „Lehrer-Paul-Bester-Halle“, um sich auf einen Katastrophenfall vorzubereiten. Der Landkreis Oder-Spree unterzog vorab den selbstgewählten Katastrophenschutz-Leuchtturm einer Fähigkeitenprüfung.
Hintergrund: Im Jahr 2022 wurde durch das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK) angekündigt, sich in Zukunft besser auf sogenannte „Blackouts“ vorbereiten zu wollen. Unter dem Begriff Blackout ist ein großflächiger und flächendeckender Stromausfall zu verstehen, der eine Vielzahl von Menschen betrifft.
Zur Stärkung der Resilienz und Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur in Krisenlagen stellte das Land den Kommunen daraufhin insgesamt über 40 Millionen Euro an finanziellen Mitteln bereit, um Katastrophenschutz-Leuchttürme, kurz KatS-Lt, zu errichten. Diese sollen in bestimmten Situationen, wie etwa einem flächendeckenden Stromausfall, aktiviert werden und als zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung dienen.
In den KatS-Lt können sich Bürgerinnen und Bürger primär Informationen zur Lage einholen, aber auch Notrufe absetzen, Erste-Hilfe erhalten, auf eine Trinkwasserversorgung zurückgreifen, mitgebrachte Nahrung erwärmen und ihre Smartphones oder Tablets laden. Der Katastrophenschutzleuchtturm wird über eine Netzersatzanlage notstromversorgt. Gleichzeitig gibt es eine Heizmöglichkeit, sanitäre Anlagen (in Form von Trockentoiletten) und Sitzmöglichkeiten.
Die KatS-Lt sind keine Notunterkünfte, sondern werden in einem geplanten Betrieb von 12 Stunden täglich als Informations- und Anlaufstelle für die Bevölkerung besetzt sein.
Beim ersten Treffen des Einsatzteams informierte Bürgermeister Ingo Röll darüber, noch in diesem Jahr den Bau eines Trinkwasserbrunnens anzuschieben sowie ein Heizgerät vom Sondervermögen anzuschaffen, um alle Anforderungen an einen Katastrophenschutz-Leuchtturm für die schöneicherinnen und Schöneicher zu erfüllen. Die Anschaffung weiterer Notstromaggregate ist unter anderem für einen Notbetrieb des Rathauses und der Tankstelle geplant. Die Notstromversorgung der Tankstelle ist notwendig, um die Dieselaggregate ggf. nachtanken zu können.
Stellvertretender Bürgermeister und Wehrführer Sven Majewski betonte bei der Einführung in die Aufgaben des Katastrophenschutz-Leuchtturms, dass dieser hauptsächlich als Informations- und Aufwärmstelle gedacht ist. Es ist keine Notunterkunft, keine dauerhafte Betreuung und auch keine Lebensmittelversorgung in der Sporthalle möglich. Viel wichtiger ist es deshalb, die Bevölkerung auf eine Notlage vorzubereiten, indem u. a. genügend Wasser- und Lebensmittelvorräte in den Haushalten vorhanden sind.
In den nächsten Monaten werden weitere Schulungen für die geplanten freiwilligen Einsatzkräfte stattfinden. Der Landkreis Oder-Spree organisiert dazu eine gesonderte Schulung für die Bedienung der Funkgeräte.